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La Gomera: Der komplette Inselführer zur Kolumbusinsel und zum Pfeifsprache-Erbe

La Gomera: Der komplette Inselführer zur Kolumbusinsel und zum Pfeifsprache-Erbe

Reiseführer von Canarias.app · La Gomera

La Gomera: Der komplette Inselführer zur Kolumbusinsel und zum Pfeifsprache-Erbe

Auf einen Blick

La Gomera ist die Kanareninsel, die dem Massentourismus entkommen ist: Fast alle Besucher kommen mit der Fähre von Los Cristianos (45 bis 50 Minuten), denn der Inselflughafen wird nur im interinsularen Verkehr angeflogen. Die Insel ist rund, schroff und grün, mit dem Nationalpark Garajonay (einem UNESCO-Welterbe aus Lorbeerwald) im Zentrum und tiefen Schluchten, die zum schwarzen Sandstrand hinabführen. Hier entstanden der Pfeifsprache-Dialekt Silbo Gomero und der Almogrote, und von San Sebastián aus stach Kolumbus 1492 nach Amerika in See.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten

Das Herzstück der Insel ist der Nationalpark Garajonay, ein Lorbeerwald im Nebel, den die UNESCO 1986 zum Welterbe erklärt hat. Hier warten 18 Wanderwege, der Gipfel Alto de Garajonay (1.487 m) und das Besucherzentrum Juego de Bolas in Agulo. Der Roque de Agando, ein phonolithischer Monolith von 1.247 Metern, ist das meistfotografierte Motiv, am besten vom Aussichtspunkt an der Straße. Los Órganos lässt sich nur vom Meer aus bestaunen: eine Steilküste aus Basaltsäulen, die an Orgelpfeifen erinnern. In San Sebastián ist der Torre del Conde (1447 bis 1450) die einzige noch erhaltene Festung aus der Eroberungszeit, und der Pozo de la Aguada bewahrt die Spuren von Kolumbus.

Strände und Naturpools

La Gomera hat schwarzen Vulkansand statt weißer Strände, und viele Buchten liegen an der Mündung einer Schlucht. Zentrum der Küste ist Valle Gran Rey im Südwesten mit den Ortsteilen La Calera, La Playa, La Puntilla und Vueltas; der Charco del Conde ist ein geschützter Naturpool, der sich ideal für Familien eignet, während die Playa del Inglés mehr Wellengang hat. Die Playa de Santiago im Süden, direkt am Flughafen, ist die sonnigste und trockenste Ecke und besitzt einen Yachtclub. In der Hauptstadt liegen die Playa de San Sebastián und die Playa de la Cueva. Im Norden, in Hermigua und Vallehermoso, ist das Meer rauer, dafür locken Naturpools wie die am Castillo del Mar.

Unterwegs auf der Insel

Am praktischsten ist ein Mietwagen: Die Distanzen in Kilometern sind kurz, doch die zerklüftete Landschaft mit ihren Schluchten verlängert die Fahrzeiten über kurvige Straßen, die immer wieder zum Zentrum hinauf- und hinabführen. Als öffentliche Alternative gibt es GuaguaGomera mit acht Linien und dem Knotenpunkt am Busbahnhof von San Sebastián; die Busse verbinden die Hauptstadt mit Valle Gran Rey, Vallehermoso, Alajeró und dem Flughafen, mit Mehrfahrtenkarten und ermäßigten Tarifen. Außerdem fährt ein inselinterner Schiffsdienst zwischen San Sebastián und Valle Gran Rey, landschaftlich reizvoll und ideal, um die Insel ohne Höhenunterschiede zu queren. Für den Nationalpark und den Norden bleibt der Wagen die bequemste Wahl.

Beste Reisezeit und Klima

Auf La Gomera herrscht ewiger Frühling mit Jahresmitteln von 20 bis 22 Grad, das ganze Jahr über mild. Die Insel funktioniert fast wie zwei Klimazonen: Küste und Süden sind trocken und sonnig (San Sebastián verzeichnet kaum 147 mm Niederschlag im Jahr), während Gipfel und Norden durch die Passatwinde und das Wolkenmeer, das den Lorbeerwald nährt, deutlich feuchter ausfallen. Am ausgewogensten sind Frühling (März bis Mai) und Herbst (September bis November): angenehme Temperaturen, wenig Regen. Im Winter ist der Süden mit Playa de Santiago und Valle Gran Rey die wärmste und hellste Ecke, um der Kälte auf dem Festland zu entkommen.

Wo übernachten

Valle Gran Rey ist die Urlauberregion schlechthin, seit den Sechzigern entspannt und bohème geprägt, mit Apartments, Sonnenuntergängen und einem Ausgangspunkt für Bootstouren nach Los Órganos sowie für die Walbeobachtung ab Vueltas. San Sebastián ist die Hauptstadt und Ankunftsort der Fähre, mit seinem historischen Parador und dem gesamten Kolumbus-Erbe in Reichweite. Playa de Santiago im Süden ist die sonnigste und ruhigste Option, mit Golfplatz und dem größten Resort der Insel. Wer Wandern und ländliche Authentizität sucht, findet im grünen Norden von Hermigua, Agulo und Vallehermoso Landhäuser direkt am Nationalpark, dafür mit weniger Nachtleben.

Küche und Tipps

Das Aushängeschild ist der Almogrote, eine streichfähige Paste aus gereiftem Gomera-Käse, Pfefferschoten, Knoblauch und Öl, die man aufs Brot oder auf Kartoffeln gibt. Der Palmhonig (Guarapo), ein Sirup aus dem Saft der Kanarischen Palme, süßt Desserts wie Frangollo oder Quesillo. Dazu kommen Gofio, Escaldón, Ziegenkäse und der Wein der Herkunftsbezeichnung La Gomera. Über allem aber steht der Silbo Gomero: eine Pfeifsprache, die die Schluchten über bis zu fünf Kilometer überbrückt, von der UNESCO zum immateriellen Kulturerbe erklärt und seit Jahren Schulfach; bei Vorführungen in Restaurants des Nordens kann man sie hören.

Häufige Fragen

Fragen zu La Gomera

Wie kommt man nach La Gomera?

Fast alle reisen mit der Fähre von Los Cristianos im Süden Teneriffas nach San Sebastián an: Die Überfahrt dauert 45 bis 50 Minuten und wird von Fred. Olsen Express und Naviera Armas mit mehreren täglichen Verbindungen bedient. Der Flughafen von La Gomera (GMZ) bei Playa de Santiago empfängt nur interinsulare Flüge von Binter nach Teneriffa Nord und Gran Canaria, ohne internationale oder Festlandverbindungen. Das Schiff ist also der Hauptweg.

Was ist der Nationalpark Garajonay?

Er ist das grüne Herz der Insel: ein Lorbeerwald im Nebel aus dem Tertiär, 1981 zum Nationalpark und 1986 von der UNESCO zum Welterbe erklärt. Er erstreckt sich über rund 3.984 Hektar, mehr als zehn Prozent der Insel, und lebt vom Wolkenmeer der Passatwinde. Es gibt 18 Wanderwege, den Alto de Garajonay auf 1.487 Metern und das Besucherzentrum Juego de Bolas in Agulo als Ausgangspunkt.

Was ist der Silbo Gomero?

Es ist eine Pfeifsprache, die das Spanische in Pfiffe überträgt und über die Schluchten hinweg bis zu fünf Kilometer weit zu hören ist. Sie entstand wegen der schroffen Landschaft der Insel, die die Verständigung von einem Tal zum nächsten erschwerte. Die UNESCO erklärte sie 2009 zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit, und seit 1999 ist sie an den Schulen der Insel Pflichtfach, was ihr Fortbestehen gesichert hat. Hören kann man sie bei Vorführungen in Restaurants im Norden der Insel.

Wann ist die beste Reisezeit für La Gomera?

Die Insel hat das ganze Jahr über mildes Klima mit Mittelwerten von 20 bis 22 Grad. Am ausgewogensten sind Frühling (März bis Mai) und Herbst (September bis November) mit angenehmen Temperaturen und wenig Regen. Der Sommer ist trocken und warm, der Winter mild mit gelegentlichen Regenfällen. Wer in den kühleren Monaten reist, findet im Süden, in Playa de Santiago und Valle Gran Rey, die wärmste und sonnigste Ecke der Insel.

Wie sind die Strände auf La Gomera?

Sie bestehen aus schwarzem Vulkansand, nicht aus weißem Strand, und viele bilden sich an der Mündung der Schluchten. Die wichtigste Küstenregion ist Valle Gran Rey im Südwesten mit dem Charco del Conde, einem geschützten Naturpool, der sich ideal für Familien eignet. Die Playa de Santiago im Süden, direkt am Flughafen, ist die sonnigste. Im Norden, in Hermigua und Vallehermoso, ist das Meer rauer, dafür gibt es Naturpools wie die am Castillo del Mar.

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