
Reiseführer von Canarias.app · Tenerife
Teneriffa: der komplette Inselführer (Sehenswürdigkeiten, beste Strände, Fortbewegung und Tipps)
Teneriffa ist die größte und bevölkerungsreichste der Kanarischen Inseln – und die einzige, auf der man am selben Tag im Schnee stehen und im Atlantik baden kann. Ihr Herzstück ist der Teide, mit 3.715 Metern das Dach Spaniens, eingebettet in einen Nationalpark, der zum UNESCO-Welterbe zählt. Drumherum findet fast alles Platz: der goldene, sonnenverwöhnte Süden rund um Costa Adeje, der grüne, feuchte Norden mit seinen Guachinches, die Steilküste von Los Gigantes und der jahrtausendealte Lorbeerwald von Anaga. Mit drei UNESCO-Auszeichnungen und zwei Parks, die zu den besten der Welt gehören, ist Teneriffa das vielseitigste Tor zum Archipel: die Insel, in die man sich beim ersten Besuch verliebt und die einen immer wieder zurückkommen lässt.
Sehenswürdigkeiten, die man nicht verpassen sollte
Der Teide ist Pflichtprogramm: Die Seilbahn bringt Besucher in rund acht Minuten von 2.356 auf 3.555 Meter hinauf, und wer ganz bis zum Gipfel will, braucht eine kostenlose Genehmigung, die schon Monate im Voraus über reservasparquesnacionales.es beantragt werden muss. Für alles Weitere sollte man ein paar zusätzliche Tage einplanen. La Laguna, ebenfalls UNESCO-Welterbe, hat sein schachbrettartiges Straßenraster bewahrt, das als Vorbild für die Städte Amerikas diente. Anaga, ein Biosphärenreservat, beherbergt zwischen seinen Nebelwäldern die höchste Dichte endemischer Arten Europas. Garachico erzählt die Geschichte des Hafens, den 1706 ein Lavastrom unter sich begrub. Und direkt am Meer ragen die Klippen von Los Gigantes über 600 Meter senkrecht aus Basalt empor. Loro Parque und Siam Park runden das Programm für Familien ab.
Die schönsten Strände
Teneriffa spielt mit zwei Farbtönen beim Sand. Im Süden dominiert das Gold: Las Teresitas bei der Inselhauptstadt beeindruckt mit 1.300 Metern Sand, der eigens aus der Sahara herbeigeschafft wurde, und einem Wellenbrecher, der das Wasser so ruhig hält wie ein Schwimmbecken; an der Playa de Troya und am El Camisón konzentriert sich das touristische Treiben von Costa Adeje und Los Cristianos. Im Süden ist Sonne zudem fast das ganze Jahr über garantiert. Der Norden und Anaga dagegen bieten schwarzen Vulkansand und wilde Landschaft: Benijo, Roque de las Bodegas und Almáciga schenken Sonnenuntergänge wie auf Postkarten und kräftigen Wellengang – eher zum Anschauen als zum Schwimmen. Eine eigene Erwähnung verdient El Médano, der längste Naturstrand der Insel und die kanarische Hochburg für Windsurfen und Kitesurfen.
Fortbewegung auf der Insel
Das Auto ist die beste Wahl, um die Insel voll auszukosten: Nur so erreicht man Anaga, Teno und den Gipfel des Teide bequem. Zwei Autobahnen durchziehen Teneriffa – die TF-1 in den touristischen Süden und zum Flughafen Reina Sofía, die TF-5 nach La Laguna, La Orotava und Puerto de la Cruz. Wer ohne Auto unterwegs ist, kommt mit den Guaguas (so heißen hier die Linienbusse) von TITSA überall hin: Mit der Karte ten+ kostet ein Tagesticket 10 Euro, ein Wochenticket 50 Euro, jeweils mit unbegrenzten Fahrten. Die Straßenbahn verbindet Santa Cruz und La Laguna im Großraum der Hauptstadt. Es gibt zwei Flughäfen: Tenerife Süd (TFS), das große internationale Tor, und Tenerife Nord (TFN), der praktischer ist, wenn man im Norden oder in der Hauptstadt wohnt.
Beste Reisezeit und Klima
Entscheidend für das Klima Teneriffas sind die Passatwinde und die Temperaturinversion, die das berühmte Wolkenmeer erzeugt. Das Ergebnis ist eine zweigeteilte Insel: Der Norden fängt die atlantische Feuchtigkeit auf und zeigt sich grün, fruchtbar und wolkenverhangener, während der Süden trocken, karg und fast ganzjährig sonnig ist. Hinzu kommen die Höhenstufen des Teide, der es schafft, am selben Tag Wolken im Norden, Sonne im Süden und Schnee auf dem Gipfel zu bieten. An der Küste liegen die Temperaturen im Winter bei 18 bis 20 Grad, im Sommer bei 24 bis 26 – jener ewige Frühling, mit dem der Archipel wirbt. Der Süden funktioniert das ganze Jahr; Frühling und Herbst eignen sich ideal zum Wandern in Anaga und Teno, und im Winter sollte man vorab den Betrieb der Seilbahn prüfen.
Wo man je nach Region am besten wohnt
Die Wahl hängt davon ab, welche Art von Reise man sucht. Der touristische Süden (Costa Adeje, Playa de las Américas und Los Cristianos) ist die sichere Bank für Sonne, Resorts, Sandstrände, den Siam Park und Walbeobachtungstouren – perfekt für Familien und alle, denen Sonne und Strand am wichtigsten sind. Der ursprüngliche Norden (Puerto de la Cruz, das Orotava-Tal und Garachico) bietet grüne Landschaft, Kultur, Wein und Guachinches bei kühlerem Klima; das ist das Kanarien wie früher. Und als urbane Basis verbinden Santa Cruz und La Laguna Gastronomie, UNESCO-Welterbe und gute Anbindung per Straßenbahn – Anaga und der Nordflughafen liegen dazu nur einen Katzensprung entfernt.
Gastronomie und Tipps
Die teneriffische Küche beginnt bei den Papas arrugadas mit Mojo, kleinen Kartoffeln, die mit Schale in stark gesalzenem Wasser gekocht und mit scharfem rotem Mojo picón oder grünem Koriander-Mojo serviert werden. Der natürliche Begleiter ist der Wein: Die Herkunftsbezeichnungen Tacoronte-Acentejo und Valle de la Orotava ziehen auf vulkanischem Boden alte Reben heran, die charaktervolle Rot- und Weißweine ergeben. Der lokale Klassiker schlechthin sind die Guachinches im Norden, familiäre Lokale in Tacoronte, La Orotava oder El Sauzal, in denen der selbst gekelterte Wein zu Hausmannskost ausgeschenkt wird – per Gesetz mit höchstens drei Gerichten; sie öffnen meist saisonal, bis der Wein ausgeht. Ein letzter Tipp: Prüfe immer vorab den Reservierungsstand für den Teide und die Schlucht von Masca, denn die Besucherzahl ist begrenzt und eine Anmeldung Pflicht.
Häufige Fragen
Fragen zu Teneriffa
Wie viele Tage braucht man, um Teneriffa zu sehen?
Ideal sind fünf bis sieben Tage. In diesem Zeitrahmen bleibt genug Zeit, um auf den Teide zu fahren, den grünen Norden zu erkunden (La Laguna, La Orotava, Garachico und Puerto de la Cruz), sich in Anaga zu verlieren, die Strände im Süden zu genießen und einen Tag für die Parks oder eine Walbeobachtungstour einzuplanen. An einem Wochenende kratzt man nur an der Oberfläche; Teneriffa ist die größte Insel des Archipels und hat weit mehr zu bieten.
Brauche ich eine Genehmigung, um auf den Gipfel des Teide zu steigen?
Um bis zur oberen Seilbahnstation (3.555 Meter) zu gelangen, nicht – dafür genügt das Ticket. Wer aber den Gipfel über den Pfad Telesforo Bravo erklimmen will, der oberhalb dieser Höhe verläuft, braucht eine kostenlose und verpflichtende Genehmigung von der Verwaltung des Nationalparks. Sie wird online unter reservasparquesnacionales.es beantragt und sollte Monate im Voraus angefragt werden, da die Plätze schnell vergeben sind.
Wohnt man besser im Norden oder im Süden von Teneriffa?
Das hängt davon ab, was man sucht. Der Süden (Costa Adeje, Los Cristianos, Las Américas) garantiert fast ganzjährig Sonne, Sandstrände und Resorts – ideal für Familien und zum Entspannen. Der Norden (Puerto de la Cruz, La Orotava, Garachico) ist grüner, kulturell und ursprünglicher, mit Guachinches und Wein, dafür mit kühlerem und feuchterem Klima. Santa Cruz und La Laguna sind die beste Basis, wenn Stadt, Gastronomie und Kulturerbe im Vordergrund stehen.
Welchen Flughafen Teneriffas sollte man ansteuern?
Teneriffa hat zwei. Tenerife Süd (TFS, Reina Sofía) ist das große internationale Tor nahe den Touristengebieten im Süden und empfängt die meisten Flüge aus Europa. Tenerife Nord (TFN, Los Rodeos) konzentriert sich auf Verbindungen zwischen den Inseln und nationale Flüge und liegt näher an La Laguna, Santa Cruz und dem Norden. Wähle je nach Unterkunft, um Fahrtzeit zu sparen.
Braucht man auf Teneriffa einen Mietwagen?
Unverzichtbar ist er nicht, aber sehr zu empfehlen, wenn man die Insel gründlich erkunden möchte: Orte wie Anaga, Teno oder der Gipfel des Teide lassen sich mit dem Auto deutlich besser genießen. Für die Fahrten zwischen den Touristengebieten oder auf der Achse Santa Cruz–La Laguna funktionieren die Guaguas von TITSA (mit Tages- oder Wochentickets) und die Straßenbahn gut. Wer nur Strand und Resort im Süden plant, kann auf das Auto verzichten und es nur für den einen oder anderen Ausflug mieten.
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